Reisetagebuch Teil 3 – Col Clapier, Rocciamelone und mehr

26. Juli Elefant am Col Clapier gesichtet!

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Über den Col Clapier soll es heute gehen. Über diesen Pass so glauben viele sei im Jahre 218 vor Christus Hannibal mit seine Elefanten gezogen. Eine Bronzetafel  am Pass verweist auf diese These.  Wir sind gespannt. wird es uns gelingen mit unserem Elefanten den Pass zu überqueren und wohlbehalten das Val Susa  zu erreichen?  Der Abstieg auf der italienischen Seite soll sehr steil sein, schreibt auch Patrick Hunt, Historiker an der Stanford University auf seinem Blog . Hunt ist einer der Verfechter der Nordroute, einer These wonach Hannibal durch das Tal der Isere  und dann über  Moncenise bzw. den Col Clapier ins Susatal gezogen sei. Es gibt aber auch andere Routen die diskutiert werden etwar über den Col del a Traversette den wir im verlauf dieser Reise auch noch besuchen wollen.  (Eine Übersicht über die verschieden Routen findet sich im  Artikel der NZZ vom 16 Juni 2010 http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/hannibals-weg-ueber-die-alpen-1.6110149 )  

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Auch der Lac de Savine ein See kurz  vor dem pass soll einen Besuch lohnen also schnell das Zelt und den Elefanten eingepackt und los geht’s. Zunächst gilt es einige Meter über eine nicht ganz einfache Steilstufe hinab zu klettern um von dem Felsriegel ins Savinetal zu gelangen. Dort geht es dann auf einfacherem Pfad wenig steil bergan und nach einer knappen Stunde haben wir den See erreicht es ist wirklich schön hier, der See ist größer als wir erwartet hatten. Fast wie ein kleines Meer liegt er in 2440 Metern Höhe auf einer  Hochebene um rahmt von schneebedeckten Dreitausendern.  Viele Tagesausflügler streunen um den See oder haben sich zum Picknick am Ufer niedergelassen. Auch wir essen einwenig von Käse,  Wurst und Keksen, die ich noch aus den Lanzotälern mitgebracht und im Rucksack habe. Dann hol ich den Elefanten heraus und fotografiere. Das erregt natürlich die Aufmerksamkeit der anderen Besucher und bald steht eine eine Traube von interessierten Wanderern am Ufer und beobachtet das Schauspiel. Es ist schon von Vorteil wenn man zu zweit ist merke ich. Während ich mit der Kamera hantiere und mit dem Elefanten ringe, der immer wieder vom Wind umgewehrt wird, gibt Manuela bereitwillig Auskunft über die Aktion und verteilt unsere Kärtchen mit den Internet-adressen zum Projekt „Hannibalism.“ Die Leute die wir in dieser Gegend treffen wissen alle um die Hanniba-geschichte und finden unsere Aktion ausgesprochen interessant und witzig. Auch auf dem Weg hier her haben wir mit ganz unterschiedlichen Leuten gesprochen, eine französische Schulklasse, italienische Familien, eine Gruppe Alpinisten mit Pickel und Steigeisen am Rucksack u. a. Unsere Kärtchen fanden immer dankbare Abnehmer.  Ein Kultur- und- Geschichtsinteressierter älterer Herr, den wir am Lac de Savine trafen dankte uns  gar. Stolz und glücklich sei er diese Aktion hier vor Ort „life“ erleben zu dürfen. Es macht Spass auf diese Art Kunstschaffen in die Alpen zutragen. Aber es ist auch anstrengend und kostet viel Zeit.  Den Weg am See entlang und hinauf zur Passhöhe trage ich den Elefanten aufgeblasen über meinem  Kopf, dazu den schweren Rucksack. Manuela filmt mich, und immer wieder warte ich hinter einer Geländekante oder einem Fels bis sie mich und Sancho eingeholt hat. So vergeht die Zeit, und als wir die Passhöhe reichen beginnt es  heftig zu regen. Mittlerweile ist es  später Nachmittag.  All die anderen Leute sind verschwunden und wir stehen allein hier oben. Der Abstiege scheint wirklich nicht so ganz einfach zu werden. Im Nebel sind zwar nur die ersten Meter des Weges zu erkennen, aber ich sehe, da sind große Felsblöcke zu umgehen und Schneefelder zu überqueren . Hier auf dem Pass wollen wir nicht übernachten. Es ist zu ungemütlich. Und der  Aufstieg zum Rifugio Vaccarone reizt uns wenig, zumal wir dort mit dem Hund wohl nicht unterkommen würden. Also  beeilen wir uns abzusteigen. Die Luft muss aus dem Elefanten gepresst werden, dann wird er, nass wie er ist  im Rucksack verstaut. Kurz klart es auf und wir sehen im Abstieg einen Wasserfall, oberhalb davon, auf einem Felsbalkon das  Rifugio Vaccarone und dahinter die vergletscherte Rocca d‘ Ambin. Zwei Gämsen jagen an uns vor bei den steilen Hang hinunter und verschwinden hinter einer Biegung. Der Weg ist breit, ein befestigter Saumpfad zu dessen Bau wohl viel Schweiß und Blut vergossen worden sein dürften, denn der Hang ist steil, sehr steil und an unzähligen Stellen sind tausende von Steinen aufeinander geschichtet, um einen Weg über steile Schrofen und um  Felsabstürze herum zu schaffen. Der Nebel  ist wieder dichter geworden, so dass der Blick nur wenige Meter tief in den Abgrund blicken lässt. Meist reicht die Sicht kaum bis zur nächsten Kehre. An einer Stelle ist der Weg mit samt seiner steinernen Stützmauer abgerutscht, und wir müssen die Stelle vorsichtig durch das Gelände kletternd um gehen. Nach etlichen Kehren erkennen wir im gerade wieder dichter werdenden Nebel ein Gebäude. Das Gebäude ist geschlossen, es dient wohl den Arbeitern, die in regelmässigen Abständen eine hier an den Hang gebaute Wasserfassung warten. Vor dem Haus gibt es eine ebene Fläche. Da wir erschöpft sind und uns der weitere Abstieg im Nebel zu riskant scheint schlagen wir hier unser Zelt auf.

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am Lac de Savine

Beim Essenkochen werden wir aufgeschreckt durch ein Murmeltier, dass plötzlich aus einer Tunnelröhre im Berg hinter uns springt. Dieser Tunnel dient wohl als Überlauf wenn zu viel Wasser in die Einfassung drängt oder die Fallrohre ins Tal verstopft sind. Am Abend klart es auf und wir sehen wohin das Wasser geleitet wird. Unten im Talgrund sehen wir einen herzförmigen Stausee und als es dunkel wird leuchtet von dort unten ein Herz aus Lichtern zu uns herauf.  Morgen Mittag so glauben wir, sitzen wir da unten in einer Trattoria und lassen es uns gut gehen. Und in diesem Glauben verschlingen wir all unsere Vorräte. Anderntags steigen wir hinunter viele Höhenmeter sind es noch bis ins Val Clarea und der befestigte Saumpfad führt viele weiter Kehren den  steilen Hang hinab bis er endlich in den Wald eintaucht und wir bald darauf die ersten Häuser erreichen. Eine Trattoria gibt es aber nicht, keine Bar auch keinen Laden, nur ein paar Wochenendhäuser und ein Schülerferienheim. Dort ist auch ein Brunnen. Wir gehen hin und Fragen wieweit es bis zur nächsten Ortschaft ist in der es  eine Bar oder ein Restaurant gibt. Die Leute merken, dass wir erschöpft  und ausgehungert sin geben sie uns etwas zu essen.  So  gestärkt schaffen wir es dann auch bis Giaglione, erst einige Kilometer auf einer Teerstrasse, durch einen Tunnel,  der uns aus dem  Val Clarea heraus auf  führt,  dann weiter durch dichten Wald  einen steilen Maultierpfad hinunter bis wir ganz plötzlich mitten im Ort stehen. Erst finden wir die Bar und daneben einen Laden, eine Bäckerei in der es eine Vielzahl köstlicher Plätzchen gibt und alles was man sonst so braucht auch. Erst versuchen wir das Hotel in Susa anzurufen  dann entdecken wir einen Hinweis  auf ein Agritourismo hier im Ort und machen uns auf den Weg dort hin. Das  Agritourismo Cré Seren stellt sich als ganz großer Treffer heraus  ein Weingut mit eigener Kellerei Eigenbau-Weine der Extraklasse, leckere Antipasti gefolgt von feinen Pastacreationen bringen uns ins schwelgen und lassen kaum noch Platz für Hauptgericht und Dessert..  Der Maliolo ein gehaltvoller Rotwein passt  zu all dem und ist ein Genuss. Bedient werden wir vom Wirt und Winzer persönlich und mit Hingabe. Er und seine Frau stehen auch in der Küche und haben die Speisen mit der selben Hingabe zubereite,  Zum Abschluss  gibt’s Grappa, wie könnte es bei einem Winzer anders sein. Aber nicht eine nein 5, 6  Flaschen Grappa, pur und mit verschiedensten Zusätzen wie Genepi,  Latschenkiefer u. a. kommen auf die Tische. Untergebracht sind wir in einem Haus etwas weiter die Straße hinunter.Das Zimmer ist schön und würde auch einer ganzen Familie Platz bieten. Nach unserer Ankunft vorhin hatten wir auf der Terrasse gesessen und den Ausblick über den Garten hinauf zum Berg genossen. vor dem Abendessen musste  ich natürlich noch mal den Elefanten aufgeblasen und ein paar Fotos machen.P1080122 P1080094

Noch ein paar Gedanken zu dem Weg der uns hier her geführt hat.

Der Weg den wir vom Col Clapier hinunter ins Val Clarea genommen haben ist rot-weiß markiert und mit der Nummer 550 gekennzeichnet. Zudem finden sich Hinweise auf einen Weg der glorreichen Rückkehr der Valdenser dessen Route hier auf diesem Saumpfad verläuft. Etwas weiter unten wird der selbe Pfad auch Partisanenweg beschrieben. Sollte Hannibals Heer wirklich über den Col Clapier gezogen sein, so müsster Tross mit tausenden Kriegern, Pferden und Kriegselefanten ach diesen Weg genommen haben. Nun ist der Weg zwar befestigt und auf weiten Teilen bis zu anderthalb Meter breit ausgebaut aber an einigen Stellen kaum einen eine Fuß breit und der Hang derart steil das der kleinste Stolperer zum einem tödlichen Sturz in die Tiefe führen kann. Wenn Hannibals Heer hier entlang gezogen sein sollte so muss zur damaligen Zeit ein ähnlich befestigter Weg vom Pass hinunter ins Val Clarea existiert haben. Aber währe ein solcher Übergang nicht gut bewacht gewesen? Mir ist der Abstieg vom Col Clapier als eine der anstrengendsten und nervenaufreibendsten Passagen auf meiner gesamten Wanderung in Erinnerung geblieben. Unterwegs denke ich an Partisanen, an Valdenser mit Kindern die auf der Flucht hier herunter hasten womöglich gar im Dunkeln um nicht gesehen zu werden. Mir war schon ohne Hast und am hellen Tag ganz mulmig und ich vermag mir nicht recht vorzustellen wie ein Heer wie das von Hannibal und gar mit Elefanten hier durchgekommen sein soll. Was uns auf dem Weg auch bangen ließ war dass er scheinbar kaum begangen ist überall wuchsen Blumen mitten auf dem Weg keine einzige davon zertrampelt und während der fas eineinhalb Tage die wir auf dem Weg verbrachten haben wir keine Menschenseele getroffen, verwunderlich eigentlich bei so viel berühmter Vergangenheit außerdem stellt dieser Weg auch einen Zustieg zum Rifugio Vaccarone und weitern Hütten dort oben auf der Altavia dar, aber scheinbar wird er kaum genutzt.

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Über den Berg zurück nach Moncenisio um ein Musikfest zu besuchen das aber leider nicht stattfand.

28. Von Giaglione wandern wir anderentags wieder die Mulatiera hinauf, rasten bei St. Chiara, einer Bergfestung die heute als Wallfahrtsort dient und queren von dort hinüber nach Bar Cenisio an der Straße die hinauf zum Lago Moncenisio führt, wo wir vor vier Tagen zu unserer Rundwanderung gestartet sind. So schließt sich der Kreis. Wir sind von Moncenisio nach Moncenisio gereist, haben dafür vier Tage gebraucht und eine Menge erlebt. Von Giaglione hätten wir auch in wenig mehr als einer Stunde nach Susa hinuntergehen können. Aber auf einem Plakat, dass wir gestern im Ort gesehen haben, war ein Konzert angekündigt, dass wir unbedingt besuchen wollten. Die Karavane Ballacaval ein mit Pferden und Planwagen herum ziehender Trupp von Musikern sollte heute am Sonntag den 28. Juli in dem kleinen Ort Bar Cenisio aufspielen. Ich hoffte auf ein Fest, mit Essen und Trinken, einen Abend mit Tanz, traditioneller Musik und Gesang in okzitanischer Sprache. Aber als wir Bar Cenisio erreichen ist dort kein Fest kein Wagen außer die von einpaar Händlern, die Käse und andere Produkte aus heimischer Produktion anbieten. Wir kaufen etwas davon und Finden Bett und Abendessen in dem kleinen Bar-Restaurant „Dogana“ an der Hauptstraße gegenüber eine riesige Zollstation die seit dem Schengenabkommen verlassen ist und verfällt. Auch das Restaurant hat sicher schon bessere Zeiten erlebt aber es lebt hier Bekommen die Leute aus der Umgebung was sie brachen Zeitungen Zigaretten, Rasierklingen und vieles mehr viele kommen aber auch einfach auf einen Kaffe und einen kurzen Plausch vorbei. Die beiden Frauen sind ausgesprochen nett und der Aufenthalt bringt Erholung nach dem doch wieder recht anstrengenden Tagesmarsch hierher. Der Weg dem wir heute folgten ist markiert und in der ICG-karte eingezeichnet als Antice Via Monaci. Auf diesem Weg kann man das Val Susa umrunden. Die Route die auch am Rifugio Ca d’ Asti vorbei führt verläuft dabei meist eine Etage tiefer als die Altavia Val Susa die ebenfalls das Tal umrundet und der wir auch schon begegnet sind. etwa am Col Clapier und am Croce di Ferro, dem Pass über den ich vor Tagen ins Val Susa gekommen bin.

29.07. Es regnet und da wir keine Lust haben zu Fuß nach Susa zu marschieren und auch niemand anhält der uns mitnehmen könnte, ruft uns die Wirtin ein Taxi wider sind 30 oder 40 Euro fällig dafür setzt uns der Fahrer in Susa direkt vorm Hotel ab, und nachdem wir das Zimmer bezogen und uns frisch gemacht haben gehen wir noch mal die Stadterkunden schließlich gibt es noch einiges zu entdecken ein römisches Amphitheater und etliche sehenswerte Kirchen einige davon sehr alt und mit schönen Fresken bemalt wie die Kirche am Franziskanerkloster. Ein weiteres mal sitzen wir dem gemütlichen Lokal, in dem es neben alten Büchern an den Wänden ein ausgezeichnetes „Bira artisagnale“ und sehr schmackhaftes Essen gibt. Essen wollen wir heute aber in unserem Hotel, auch dort isst man sehr gut, denn morgen wollen wir zeitig los und versuchen den Gipfel der Rocciamelone zu erreichen.

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30.07. Das Taxi bringt uns bis zum Rifugio il Truc auf etwas über 1600 m. Nach einem kurzen Plausch mit den jungen Wirtsleuten dort geht’s zu fuß weiter erst durch schönen Wald einem Bewässerungsgraben folgend, und schließlich entlang der Fahrstraße bis zum Rifugio la Ripossa. Ab da führt ein ausgetretener Pfad durch das Alpgelände steil bergauf bis zum Rif. Ca d’ Asti. Eine runde kleine Kappele steht unweit der Hütte auf einer Felsnase von hier hat man eine herrlichen Blick. Das ganze Val Susa überblickt man und hinter den Bergen darum weit entfernte Gipfel. Im Süden alle anderen überagend grüßt der Mont Viso, ihn will ich auf meiner nächsten Tour in einigen Wochen besuchen, etwas östlich davon die Scheebedeckten Gipfel der Ecrins, im Westen die Berge um Moncenis wo wir gestern noch wanderten und hinter Hütte der Rocciamelonegipfel wir wollen heute noch hinauf und in dem Bivac am Gipfel übernachten direkt zu Füßen der Madonnenstatue, die dort 3538 m hoch steht. Aber nach wenigen Metern verlässt uns der Mut, Manuela ist schwindlig und ich fühle mich auch nicht, ganz fit daher steigen wir wieder hinunter zum Rifugio Ca d’ Asti. Da wir mit dem Hund nicht in der Hütte schlafen können zelten wir unterhalb der Felsnase, auf der die Kapelle steht. Der einzige Platz wo unser Zelt sicher steht wie uns der Wirt versichert. Wir gehen in die Hütte um uns aufzuwärmen und zu Essen. Nach dem Abendessen gibt’s eine Überraschung etliche Steinbücke stehen direkt unterhalb der Hüttenterrasse und schrecken auf als der Schein unserer Stirnlampen auf sie fällt.

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Am andern Morgen stehen die Steinböcke auf dem Fels direkt über unserem Zelt und es sieht so aus als wollten sie gleich herunter springen. Ich bin schon oben auf der Terrasse aber Manuela steht vor dem Zelt und schaut hinauf der Steinbock schaut runter und ist ebenso irritiert wie meine Freundin er wollte wohl diesen direkten Weg nehmen nun aber springt er etwas weiter links den Fels hinunter an Manuela und dem Zelt vorbei und läuft der Herde hinterher.

Eigentlich wollte ich heute Früh auf den Gipfel gehen. das Wetter ist auch wunderbar klar und kaum Wind. Aber Manuela will nicht mit und als es nach dem Frühstück schon wieder sehr heiß ist, entscheide auch ich mich nicht hinauf zu gehen, denn der Abstieg wird auch so lang und anstrengend und ich will lieber noch einwenig den Ausblick genießen und ein paar Aufnahmen machen. Also fotografiere ich den Elefanten vor der Hütte 2850 Meter hoch über dem Val Susa mit der Kapelle, dem ganzen Panorama und dem Mont Viso im Hintergrund.

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Dann steigen wir ab und haben das Glück von einem netten älteren Paar im Auto mitgenommen zu werden. Wir hatten die beiden beim Mittagessen im Rifugio la Riposa getroffen. Schon da und jetzt auf der Fahrt nach Susa erzählt die Frau eine ganze Menge Geschichten von früher als Sie jung waren und mit der ganzen Familie auf zu fuß die Rocciamelone pilgerten. Die ganze Nacht durch sind sie von Susa herauf gelaufen um morgens früh am Gipfel zu stehen. Später dann, in ihrer Jugend habe ihr Mann die Freunde einer nach dem anderen mit dem Mopet bis zum Ende der Fahrstrasse herauf gefahren. Wenn die beiden mit einander reden sprechen sie den Dialekt der Region der sich vom italienschen doch sehr unterscheidet und kaum zu verstehen ist. Dieses Piemontesisch ist zum Teil provencalisch geprägt und hört sich sehr melodisch an. Wir verabschieden uns und geben den beiden ein Kärtchen Im Hotel hat man bereits das Zimmer für uns gemach auch das Hundekörbchen für Sancho steht wieder bereit. Zu Abend essen wir wieder in dem netten kleinen Restaurant gleich neben der Chiesa St. Maria wo auch das Diözesanmuseum untergebracht ist, das eine Ausstellung alpiner sakraler Kunst zeigt. Morgen wollen wir uns dieser sakralen Kunst nähern und ein weiters Baudenkmal besuchen nämlich die Sacra St. Michel, jenes Kloster das Schauplatz der Verfilmung von „Im Namen der Rose“ ist und wohl auch Inspiration zu dem gleichnamigen Roman von Umberto Ecco lieferte. Nach dem Abendessen bummeln noch einwenig durch die Altstadt und wieder treffen wir auf eine Demonstration von Gegnern der internationalen Schnellzugstrecke die durch das Susatal führen soll. Die Bewohner der Region wehren sich mit der Initiative „No TAV“ schon lange vehement gegen die Pläne, sie befürchten Umweltzerstörung in erheblichem Maße unter anderem die durch den Bau von Tunneln durch die Weinberge gleich hinter Susa vorsehen und fürchten um viel ihre Existenz. Es sind viele auf der Strasse Alte und Junge jeden Abend seit wir angekommen sind. Die Proteste sind vollkommen friedlich aber in Mailand spricht man von Aufständischen und Revolution als wir erzählen, dass wir gerade aus Susa kommen. Wehr mehr über die geplanten Bauvorhaben und den Widerstand dagegen erfahren will findet einen ausführlichen Bericht darüber auf dem Blog von Sabine Bade und Wolfram Mikuteid https://westalpen.wordpress.com/2011/07/06/notav/ Was die beiden berichten können wir nur bestätigen. Bei den Protestler/innen handelt es sich nicht um Chaoten und Randalierer sondern um ganz normale Bürger unter ihnen Winzer, Hoteliers und Geschäftsleute. Einige davon sind unsere Gastgeber hier im Tal und wir teilen ihre Ängste und Bedenken. Als Touristen in der Region bekommen auch wir hautnah die Folgen einer verfehlten Verkehrspolitik zu spüren. Es ist ein Jammer das überall regionale Bus und Bahnverbindungen weggespart werden und auf der anderen Seite Milliarden von EU-Mitteln in Prestigeprojekte gesteckt werden deren Nutzen mehr als zweifelhaft ist.

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…in Kürze mehr hier…..

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