Reisetagebuch Teil 1 Martigny – Aosta – Lanzotäler

Hannibalismus auf der Via Alpina – Vom Mont Blanc bis nach Monaco mit einem Elefanten im Rucksack / Grande Finale auf der GTA

Mond über Aosta vorn St Orso hinten Mt. Blanc

Mond über Aosta vorn St Orso hinten Mt. Blanc

Am 13. Juli starte ich zum ersten Abschnitt meiner zweiteiligen Reise vom Mont Blanc nach Monaco. Um vier Uhr früh verließ ich mein Zuhause. Mit der Bahn ging’s von Bremen nach Martigny in der Schweiz, wo ich mich mit meinem Bruder Klaus traf, der mich die ersten 2 Tage auf meinem Weg begleiten sollte.

Unser Wiedersehen und den Auftakt zur Tour feierten wir mit einem Apero im Café des Alpes. Das direkt daneben liegende Café du Midi, in dem wir uns im letzten Jahr nach der gelungenen Tour vom Matterhorn bis zum Mont Blanc getroffen haben, hatte geschlossen und so dinierten wir in einem Restaurant mit dem schönen Nahmen „La Vache qui Volé“, zu Deutsch etwa „Die fliegende Kuh“.

Am 14. Juli fahren wir gemeinsam mit dem Bus nach Bourg-St-Pierre und wandern von dort hinauf zum Col du Grand Saint Bernard (Via Alpina R116). Dort angekommen wollen wir erste Foto und Videoaufnahmen machen. Das Wetter ist gut, das Licht ein Traum und als eine andere Touristin noch ihren Bernhardinerhund neben meinen Elefanten stellt, wird das Photo-Shooting zu einem vergnüglichen Happening. Nach so harter Arbeit brauchen wir alle eine Erfrischung und da es mittlerweile kühl geworden ist, soll’s eine heiße Erfrischung sein. „Cafe Valdostane“ heißt der Zaubertrank der Leute aus dem Aostatal, den ich seit meiner letzten Tour durch diese Gegend kenne und den nun auch mein Bruder probieren muss. Das Wunderheilmittel gegen Kälte und Erschöpfung enthält neben Espresso eine Reihe hochprozentiger Substanzen von anregender Wirkung (psst, das Rezept gibt’s demnächst auf dieser Seite), wird flambiert und sehr heiß aus einem speziellen Holzgefäß, der „Coppa d’ Amicia“ getrunken. Das Gefäß, an dem jede/r Mittrinkende eine Tülle, ähnlich der an einer Teekanne, zum Trinken nutzt, wird herum gereicht bis es leer ist und darf dabei nicht abgesetzt werden. Kein Wunder also, dass wir unseren Plan auf dem alten Saumpfad vom Pass nach St-Rhémy abzusteigen, verwerfen und überlegen, hier oben zu übernachten. Da wir aber unsere Reservierung im Hotel in Aosta nicht stornieren können, nehmen wir das Angebot der Wirtin vom „Italia“ an und fahren mit den Kindern der Hoteliers-Familie nach Aosta. Auf der Autofahrt hinunter und in die Stadt erfahren wir viel Interessantes über die Region, das Leben der Leute vom Pass. Wir erfahren Geschichten, wie die von dem alten Mann, der einst mit einem einzigen Paar Schuhe aus dem Süden Italiens hier herauf kam, um als Zöllner zu arbeiten, der die Gegend und die Leute hier oben am Großen Sankt Bernard so sehr lieben lernte, dass er für immer blieb, ein Mitglied der Familie vom „Italia“ wurde, wie die Jungen sagen. Oben in der Bar hatten wir ihn getroffen, er war von Sancho, meinem Hund ganz begeistert und ebenso von der Geschichte mit dem Elefanten. Auch die anderen Mitglieder der Familie konnten sich für das Projekt „Hannibalismus“ begeistern. Selbstverständlich ließ ich ein Kärtchen mit Foto und Hinweisen auf die Präsentationen im Internet da, und ich freue mich darauf, diese netten Leute wieder zu sehen. Mein Bruder Klaus und ich waren uns einig. Beim nächsten Mal bleiben wir. (Das Hotel Albergo „Italia“ liegt an einem kleinen See auf der italienischen Seite des Passes, dort wo die Statue des heiligen Bernhard steht)

Demnächst hier: Bilder zu dieser Etappe und ein Videoclip, der zeigt wie „Café Valdostane“ gemacht und wie er getrunken wird!

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Begegnung am Col de Grand Saint Bernard

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15.07 Aosta, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz ist ein schönes Städtchen und hat eine Menge zu bieten. Neben unzähligen Baudenkmälern aus rwie dem Augustusbogen, einer teilweise erhaltenen Stadtmauer aus dem spät Mittelalter mit etlichen schönen Toren und imttelalterlichen  Kirchen und Klöstern wie  St  Orso ist das in Teilen erhaltene römische Theater eine der Hauptatraktionen der Stadt.  Hier und auch an anderen Plätzen der Stadt sind die Berge ganz nah, hohe Berge wie der Grand Combin oder der Mont Blsnc mit ihren gleißenden Eiskappen wirken zum Greifen nah. Auch das eine Besonderheit dieser Stadt.  Aber auch die vielen lkleienen Läden in quirlige Altstadt in der fast jedes zweite Wochenende irgend ein Fest gefeiert wird. wie mir Einheimische erklärten, bieten Spezialitäten besonders für Gaumen und Nase. Nirgend sonst habe ich bisher eine so große Vielfalt an excelentem Käse gesehen und probiert wie hier in Aosta. Käse aus  Kuh-, Schaf -und Ziegenmilch in Wein gebadet, in Asche gewälzt oder Kräuterummantelt. Val d‘ Ayas, Val Reimes, Jedes der vielen Seitentäler des Aostatals hat seine eigen Käsetraditionen und ist mit seine Produkten hier vertreten. Zum Käse giebt es auch die passende Konfitüre Feigen mit Senf oder Birne mit Rotwein, auch beim Brot gibt es eine große Auswahl. während in anderen Teilen Italiens meist nur helles Brot  angeboten wird bekommt man hier auch dunkle Vollkornbrote z. B. mit Nüssen. Selbstverständlich bekommt man auch den passenden Wein zur Vesper z. B. einen Gamáy oder einen Nebiolo aus Donnas einem bekannten Weinbaugebiete  im Aostatal. Bekannt In Deutschland kennen wir all diese Genüsse kaum. Bekannt ist nur der Aosta-Schinken und der ist gar nicht von hier sondern wird in Frankreich hergestellt. Hier hingen gibt es Lardo Arnard ein ganz besonders zarter weißer Speck in Rosmarin-Wachholder-Marinade, der mit Kastanien in Honig und dunklem Nussbrot serviert wird und  Wurstspezialiitäten wie Finoccio, eine Salami mit Fenchelsamen oder eine Wurst die neben würzigem Speck Stücke von Roter Beete und Kartoffel enthält. Ihr merkt schon hier hat ein als Gourmet sein Paradies gefunden.  Nein  eigentlich zwei bzw. drei denn meinen Bruder Klaus und  meinen Hund über zeugen die heimischen Produkte ebenso wie mich und da ich bereits im letzten Jahr den Elefanten an etlichen Sehenswürdigkeiten der Stadt fotografiert hatte, bleibt uns viel zeit zum Bummeln,  Einkaufen und Essen. Eine  Sache muss allerdings noch geklärt werden. Aus verschiedene Quellen  habe ich erfahren, dass es wohl nicht möglich sein wird den Nationalpark Gran Paradiso zu durchqueren, was eigentlich mein Plan war. Daher suchten wir das Büro der Nationalparkverwaltung in Aosta auf um zu fragen ob es nicht doch möglich wäre auf der geplanten Route, von Pont im Val Savaranch über den Nivolet-pass auf die Südseite des Parks nach Ceresole Reale zu gelangen. Normalerweise ist das kein Problem. Zu Fuß oder auch mit dem Fahrrad ist das eine beliebte Strecke, aber mit einem Hund!? Hunde sind im Park nicht erlaubt. Es gibt zwar Ausnahmeregelungen, aber  die greifen in meinem Fall nicht, wie man mir zu meinem Bedauern erklärt. Die Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung sind aber sehr nett und bemühen sich mir weiter zu helfen, in dem sie Bus -und Bahnverbindungen heraussuchen, die mir ermöglichen den Nationalpark zu umfahren. Morgen geht’s also weiter mit der Bahn

16. Juli Fahrt mit Bahn und Bus auf die Südseite des Nationalparks nach Ceresole Reale
Mit der Bahn ging’s bis Ivrea am Ausgang des Aostatal. Von dort mit dem Bus weiter bis Pont Canavese. dort war dann erstmal Schluß denn an Schulfreien Werktagen fährt nur morgens um 7 und abends um 19 Uhr ein Bus weiter nach Ceresole Reale. als ich in Pont ankomme ist es 14 Uhr und ziemlich heiß also setze ich mich auf die beschattete Terrasse einer Tratoria am Platz und bestelle ein einfaches Mittagessen. Kaltes Rindfleisch kann ja so leckersein mit der richtigen Marinade einem frischen Salat und etwas Brot dabei. Zum Essen ein Bier und nach dem Essen ein Nickerchen. Hier geht das. nach einer weile aber wecken mich unsanfte Geräusche. Arbeitet auf einer Baustelle nebenan sind mit ihrer Arbeit fertig und werfen den Schutt vom Vordach auf eine LKW.  Vorbei mit der Gemütlichkeit also bestelle ich eine Café und da es langsam etwas kühler wird wage ich einen kleinen Stadtbummel. Nichts aufregendes ein nettes kleines Städtchen fast eher ein Dorf aber mit einer Imposanten Kirche auf einem Felssporn mitten im Zentrum. Auf einem Schild daneben lese ich auch irgendwas von einer touristischen Attraktion mit der Bezeichnung Torre Ferro. Aber das Schild hängt an einem Tor aus dickem Eisengitter und das ist heute geschlossen und soweit ich dem Text entnehme nur selten geöffnet. also trotte ich zurück zur Tratoria und bestelle noch ein Bier. nach einer Weile kommt wieder ein Bus aus der Ebene herauf und  spuckt weitere Rucksacktuoristen aus. ein Pärchen aus Potsdam und zwei Junge Männer aus der Schweiz. We ich in Erfahrung bringe, wollen sie, wie ich auf der Rote der Grande Traversata delle Alpi die Lanzotäler  durch queren. Wir werden uns also in den kommenden Tagen noch öfter begegnen.

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17. Juli von Ceresole Reale im Valle di Locana nach Pialpetta im Val Grande.  Ausgeschlafen, gestärkt und von Marika, der Wirtin vom Ciarforon mit besten Wünschen und selbstgebacken Keksen versorgt starte ich um 8:30h zur Wanderung über den Colle di Crocetta. Auf der Straße über die Staumauer gelange ich auf die andere Seite des Sees und stehe nach wenigen Minunten an einem Wegweiser der ersten auf dieser Tour, der die Initialen GTA für Grande Traversata delle Alpi trägt. Dieser Route werde ich die nächsten Tage folgen. Von Nord nach Süd die drei Lanzotäler durch queren um dann ins Val Susa zu gelangen wo ich meine Freundin Manuela treffen, und gemeinsam mit Ihr in einer mehrtägigen Wanderung, das mittlere Susatal und das angrenzende Gebiet von „Moncenisio“ zu durchstreifen. Steil steigt der Pfad an durch dichten Wald der sich als bald lichtet und zum ersten mal den Blickfrei gibt auf die gegenüberliegenden Gipfel von Gran Paradiso und Ciarforon im Norden auf die Berge um den Col del Nivolet und auf die Levanna-Kette den Grenzkamm zur französischen Vanoise. Leider ziehen sich nach den heftigen Regengüssen von letzter Nacht dichte Wolken die Hänge hoch die bald die Gipfel verhüllen. Auf dem Crocettasattel angekommen stehe ich in dichten Nebelschwaden und beim Abstieg entlädt sich auch schon das nächste Gewitter. Das typische Wetter hier. Wie Bätzing in seinem Wanderführer zu GTA schreibt. Die Sonne scheint, Dunst steigt auf und verhüllt ab Mittag die Gipfel und die auch die Passlagen. Es bilden sich Quellwolken aus denen es alsbald zu regnen beginnt. Heftige Gewitter entladen sich häufig am späten Nachmittag oder abends, so dass man gut daran tut sich früh auf den weg zumachen um oben noch gute Sicht zu haben und möglichst vor dem Gewitter den nächsten Posto tappa die nächste Unterkunft im Tal zu erreichen. Mir gelingt das nicht so recht. Meist erreiche ich die Herberge erst gegen 18-19Uhr. Auch wenn ich an den folgenden Tagen früher aufbreche, so ziehen die wenigen anderen Wanderer in diesen Tagen hier auf der GTA schon bald an mir vorbei und in den folgenden Stunden bleibe ich allein auf dem Weg. Mein Rucksack in dem sich neben all dem Zeug für eine mehrwöchige Bergwanderung auch der eine nicht ganz leichte Kameraausrüstung und der aufblasbare Elefant befinden wiegt deutlich mehr als 15Kilo. Wohl eher an die 25-30 Kilo sind es die ich hier über die Pässe schleppe. Aber ich habe eben auch Schlafsack und Zelt dabei, Kochgerät, Essen für 2-3Tage und natürlich Futter und für den Hund. So bin ich unabhängig und kann gegebenenfalls unterwegs biwakieren, was ich in den folgenden Tagen auch häufiger tun werde.Heute aber schaffe ich die Tagesetappe wenn auch nicht in der, im GTA-Führer angegebenen Zeit. Gerade rechtzeitig zum Abendessen erreiche ich erschöpft den Posto tappa, wo ich die beiden Schweizer Manuel und Manuel und weitere Wanderer wieder sehe, die ich bereits am Vortag getroffen hatte. Nach den Essen kommt man ins Gespräch. Die Beiden haben bereits in den Vorjahren Abschnitte der GTA begangen und diesmal wollen sie noch bis ins Val Pellice

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18. Juli Ruhetag Erkundungen im Talschluss des Val Grande. Als anderentags der Himmel voller dunkler Wolken hängt und abzusehen war, dass es wohl den ganzen Tag über regnen würde, beschloss ich, obwohl erst wenige Tage unterwegs, einen Ruhetag einzulegen, einwenig das Tal zu erkunden, vielleicht irgendwo den Elefanten aufzublasen und ein paar Fotos zu machen. Auch alle anderen Wanderer blieben heute im Tal wie sich beim Abendessen zeigte. Was auf einen Spaziergang durch das Gemeindegebiet von Pialpetta nach Forno Alpi Graie, dem letzten Weiler hinten im Talschluss als erstes ins Auge fällt sind die vielen Villen. Prächtige Häuser die man in solcher Größe und Eleganz in dieser Umgebung nicht erwarten würde. Etliche dieser eindrucksvollen Villen stehen heute leer und verfallen. Anfang des letzten Jahrhunderts waren die Lanzotäler beliebter Erholungs- und Rückzugsraum der Reichen aus dem nahen Torino. Eine Schautafel vor dem Municipio in Pialpetta erklärt weiter, dass diese Villen, oft von bekannten Architekten und Designern gestaltet, Elemente damals moderner eleganter Stadthaus-architektur mit alpinen Baustielen und Materialien vereinen. Das der touristische Boom, der damals den Lanzotal insbesondere auch dem Val Grande wohlstand bescherte abgeklungen ist und daher viele der Villen verweist und kaum zu erhalten sein werden. Der Eindruck bei meinem Rundgang durch bestätigt dies. Geschickt wird auf der Infotafel für eine Besichtigungstour geworben. Eine Grafik teilt das Tal in mehre Gebiete in mit unterschiedlichem Baustrukturellem Charakter und markiert die Lage einzelner besonders sehenswerter Häuser bzw. Lustschlösschen. Auch einige sehenswerte Kirchen gibt es beliebtes Ausflugsziel ist z. B. die Walfartskirche der schwarzen Madonna von Loretto bei Forno. Dieser letzte Ort im Talschluss ist ebenfalls einen Besuch wert die Häuser eng aneinander gebaut die Wege über Treppen dazwischen, manchmal darunter ein pittoreskes kleines Labyrinth in dessen Mitte sich die Kirche eng an den Fels schmiegt. Ein Tunnel zwischen Kirche Fels ist der Einstieg zu einen weiteren Wanderweg dem sog. Balkone ein Höhenweg auf dem sich Panoramareich das hintere Val Grande erntlang wandern lässt. In diesem Tal gibt es also einiges zu entdecken, so dass man sicher auch eine oder mehre Wochen hier urlaub machen könnte. Aber für mich bleibt es diesmal bei dieser Kurzvisite denn morgen will ich weiter ins Val di Ala nach Balme wo es auch schön sein soll und sicher nicht weniger spannend wird.

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Abend am Lago Vasuera

"Dort hinter den Bergen liegt Turin." sagt Herrchen

„Dort hinter den Bergen liegt Turin.“ sagt Herrchen

19. /20. Juli Pialpetta-Balme:  Von Pialpetta nach Balme brauchte ich ganze zwei Tage aber es hat sich gelohnt.  Allein für den Aufstieg über 1500 Höhenmeter von Pialpetta zum Col de Trione brauchte ich siebeneinhalb Stunden nach achteinhalb Stunden (diese Zeit ist im Führer für die Bewältigung der gesamten Etappe bis Balme angegeben) erreichte ich den Lago Vasuera einen wunder schönen Bergsee auf der Südseite des Col de Trione. Ich beschloss dort dort mein mein Lager aufzuschlagen. Ein  Zelt stand bereits dort am See wie ich vermutete das Zelt der beiden Schweizer Manuel & Manuel. Ein anderer Wanderer, den ich am Pass getroffen hatte, ein Mann aus Estland, war weiter gegangen. Er wollte zum Bivacco Bruno Molino. Ich hoffe er ist gut angekommen. Und freue mich auf Nachricht von ihm.  Schnell habe ich  mein Zelt aufgebaut. Diesmal regnet  es nicht, es bleibt noch genug Zeit für eine Foto- und Filmsession mit dem Elefanten und anschließend ein Bad im See. ich hab zwar eine menge Zeug mit aber vergessen in Pialpetta Nudeln oder ähnliches einzukaufen. Aber meine beiden Mitstreiter aus der Schweiz haben ein Fertiggericht für mich über, und so gibt es doch noch ein warmes Z’nachessen an diesem Tag.

Danke Manuel & Manuel! Ich hoffe Ihr hattet auch so  viel Spass bei EurerTour und würde mich sehr freuen mit Euch in Kontakt zu bleiben.

Steinböcke, die ich bereits nachts gehört hatte, grasen am nächsten Morgen oberhalb unserer Zelte. Nach einem Frühstück und weiteren Foto- und Videoaufnahmen verpacke ich den Elefanten im Rucksack und mache mich an den Abstieg. Der ist zwar nicht ganz so anstrengend, wie der auf der Etappe davor.  Vom 2641 m hohen Colle di Crocetta bis Pialpetta waren über 1500 Höhenmeter abzusteigen gewesen. Unser heutiges Ziel Balme liegt auf  1432m rund vierhundert Meter höher als Pialpetta. Daher sind vom Trionesattel  (2485m) nur ca. tausend Höhenmeter abzusteigen. Der Grund, weshalb ich dies hier so ausführe ist, dass ich die Abstiege mehr als die Aufstiege fürchte. Das mag manch anderem Wanderer seltsam erscheinen. Die Last auf meinem Rücken drückt zwar auch im Aufstieg schwer, lässt sich hinauf  aber besser parieren. Im Abstieg aber drückt das ganze Gewicht unweigerlich  auf die Gelenke und auf steilem Pfad absteigend kann die Last einen leicht aus dem Gleichgewicht oder ins Rutschen bringen. Nachdem ich beim Abstieg vom Crocetta pass gestürzt war bin ich noch vorsichtiger als sonst. Aber die Anspannung macht sich bei diesem Abstieg wieder bemerkbar sowohl in den Muskeln als  auch im Kopf. und so bin ich erleichtert als ich glücklich den Postotappa erreiche. Die Herberge ist recht gut belegt und ich habe Glück noch ein Bett im Mehrbettzimmer zu ergattern. Bis zum Abendessen ist noch etwas Zeit und nach einem erfrischenden Pian della Mussa (Ein Bier von hier aus dem Val die Ala, das den Namen einer Ebene im Talschluss verdankt gilt es  den Ort Balme zu entdecken. Da soll es ja z. B. ein altes Fresco geben, auf dem die alte Geschichte dargestellt ist wie die vielleicht berühmteste Reliquie, das Leichentuch Christi um im 17Jh. begleitet von einem Zug aus Militär, weltlichen und kirchlichen Würden über die vergletscherten  Berge aus der heute französischen Maurienne herrüber und nach Turin verbracht wurde. Das muss ich mir anschauen und auch mein Zimmernachbar ein GTA-Wanderer aus Süddeutschland will sich diese Attraktion nicht entgehen lassen. Von einem weiterer deutsch sprechender Gast mit der sehr guten Wegbeschreibung ausgestattet ziehen wir los. der Weg führt am Bach entlang. Eine Menge Wasser rauscht hier mit reißendem Strom direkt neben dem Weg und weiteres schießt aus Rohren seitlich ins Bachbett. Ein feiner Nebel aus Spritzwasser kühlt unser Haut. nach wenigen Minuten gelangen wir an einer Brück auf die Strasse und nach wenigen Metren auf der Hauptstrasse des Ortes finden wir am beschriebenen Ort auch ein Hinweisschild auf die Attraktion. Wir folgen dem Pfeil durch schreiten wie beschrieben ein  Labyrinth von kleinen Gassen die teils zwischen teils unter den alten Häusern durchführen, das Fresko aber entdecken wir nicht. wir verlassen das Labyrinth am und stehen auf einem Parkplatz am anderen Ortsende.  Während ich in eine Bar auf der anderen Strassenseite gehe und mich dort nach dem Weg erkundige mein ist mein Zimmernachbar und Weggefärte weg. Ich gehe zurück wie mir Geheißen und betrete zum zweiten Mal das Gässchen-Labyrinth. dort treffe ich eine Bewohner und er führt mich an die Stelle an der das Fresko befindet. Viel zu sehen gibt’s da aber nicht. Nur ein kleiner Teil des Fresko ist an der Aussenwand und hinter einer trüber Plexiglasscheibe ist hier kaum etwas zu erkennen der größere Teil des Wandbildes ist, wie mir der Ortskundige erklärt, im Inneren der hier angrenzenden kleinen Kapelle. Die aber ist verschlossen und dunkel, weshalb man auch durch das kleine vergitterte Fensterchen in der Tür nichts sieht. Der Mann entschuldigt sich dafür, mir nicht mehr zeigen zu können und ich bedanke mich bei ihm. Schade denke ich. Den Ausflug in das Labyrinth des Ortes habe ich dennoch genossen und ebenso genieß ich jetzt das Gläschen Wein vor einem kleinen Restaurant an Balmes Hauptstrasse, die sich nun mit immer mehr Leuten füllt.  Wenig später zurück im Postotappa treffe ich beim Dinner den Zimmer- und Weggefährten und er fragt ob ich denn das Fresko gefunden ich erzähl ihm von meinem Erlebnis und erfahre auch Er hat sich fragend an eine Mann gewandt dieser, ein jüngerer  Einwohner  Balmes wusste jedoch gar nichts von der in deutschen Wanderführern beschriebenen  Attraktion in seinem Heimatorte.  „Berühmte  Fresken?  Ne sorry, so was haben wir hier nicht!

Dennoch Balme am Fuß der gewaltigen Südwand der Uia die Mondrone ist mehr als einen Besuch wert und auch im Postotappa, dem sehr freundlich geführten „Les Montagnards“ mit seiner  ausgezeichneten Küche ließe es sich gut einige Tage aushalten. Ich wäre auch noch geblieben, wenn sich nicht am nächsten Morgen die Gelegenheit geboten hätte, mit anderen Gästen von hier mit dem Auto nach Usseglio zu fahren. Warum ich diese Etappe die als eine der landschaftlich schönsten im ganzen Gebiet gilt auslasse. Nun zum einen ist mir Bang vor dem Abstieg nach Usseglio, der von der Costa Fiorita über steile Grashänge hinabführen soll und den auch erfahrene Wander beim Gespräch gestern als schwierig und nicht ungefährlich eingeschätzt haben. Durch meinen Sturz und meine Erfahrungen auf dem bisherigen Weg bin ich wie bereits geschildert sehr Vorsichtig. Ich weiß, besonders im Abstieg und beim beim Queren steiler Grashänge kann ein Ausrutscher tödliche Folgen haben. Zum anderen wird für mich langsam die Zeit knapp. Am 23. Juli will ich meine Freundin Manuela in Susa treffen und gemeinsam mit ihr noch eine eine Woche im Valle di Susa und das angrenzenden Gebiet von Mont Cenise in Frankreich wandern.

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Heute traditioneller Käsemarkt und Fest in Usseglio!

21. Juli Nach Usseglio und weiter zum Refugio Vulpot am Lago Malciaussia.

Die netten Leute, die mich mitnehmen nach Usseglio, ein Paar aus Deutschland leben schon länger in Turin. Sie kennen Land und Leute recht gut und so erfahre ich unterwegs wieder viel interessantes über die Region. So geht es z. B. um die vor kurzem wieder in Betrieb genommene Bahnstrecke welche die Lanzotäler mit Turin verbinden sollte, die nun aber doch nicht bis Ceres fährt, weshalb der schöne Bahnhof dort verweist ist und Reisende doch auf den Bus ausweichen müssen. Busverbindungen in die einzelnen Täler gibt es zwar, aber die Busse verkehren nicht sehr häufig. Verbindungen von einem ins andere Tal sind umständlich und man braucht oft einen ganzen Tag. „Über den Pass gehen ist einfacher“ sagte der Wirt vom Les Montagnards in Balme, als er für mich nach einer Busverbindung nach Usseglio sucht und feststellt; am Sonntag gibt es keine. Was für ein Glück also, dass die beiden mich im Auto mitnehmen so bin ich schon am Vormittag in Usseglio und ich Zeit habe den Ort zu erkunden das lohnt dan diesem Tag besonders denn in Usseglio ist heut ein Fest. der traditionelle Käsemarkt bietet Stände an denen nicht nur Käse sondern auch viele andere regionale Spezialitäten angeboten werden. Ausserdem gibt es verschiedene Angebote für Kinder und kulturelle Veranstaltungen für die ganze Familie. Der Ort wimmelt von Leuten, von  Autos und Motorrädern die aus der Umgebung und wohl auch aus Turin hier herauf gefahren sind. Erst am hinteren Ortende findet sich ein Parkplatz. Ich bedanke mich bei den Leuten die mich mitgenommen haben und verabschiede mich. Die Beiden sich gehen einkaufen, Sancho und ich setzen uns noch kurz zum Verschnaufen auf die Terrasse des Albergo Furnasa. Den Rucksack lasse ich hier dann gehen auch wir zum Fest. Wir schländern über den Markt. Ich fotografiere und filme, probiere und kaufe etliche Käsesorten, Würste, Kekse und eine spezielle Konfitüre zum Käse. Auch Sancho schmecken die heimischen Produkte er findet eine Menge Reste unter den Markttischen. Dann suchen wir uns ein schattiges Plätzchen am Rande eine Wiese auf der schon etliche italienische Familien lagern. Brot, Würste, und ein halbes Duzend Käsesorten und ein Glas Kürbis-Ingwer-Confit stehen bald vor mir auf der Wiese, dazu etwas Obst und die Kekse, ein köstlicher Bruch den ich gegen Ameisen verteidigen muss. Klar der Hund auch bekommt auch einwenig. Wieder einmal frage ich mich warum ich eigentlich 2-3 Pfund Trockenfutter über die Alpen schleppe wenn der Hund es dann alles andere frisst nur nicht sein Futter. Nun ja so ist das halt, ein bisschen, wie wenn man mit kleinen Kindern auf tour ist, denke ich. Nach dem wir gegessen und geruht haben blase ich den Elefanten auf. Zur Freude der vielen Kinder die auf der Wiese spielen und begleitet von belustigt staunenden Blicken der Erwachsenen trage ich ihn bis zum nahen Waldrand wo Hirten und Händler ihr Vieh zur Schau stellen. Ich stelle meinen Elefanten neben die schönen Kühe, Ziegen und Schafe die dort angebunden oder in Gehegen präsentiert und von Neugierigen begutachtet werden. Das gibt bestimmt ein paar gute Bilder. Den Elefanten wieder geschultert gehe ich mit Sancho  hinüber zum Festplatz wo mir noch einige sehr schöne Videoaufnahmen gelingen. auf Eine Bühne vor der alten Kirche, ein Pärchen tanzt zu traditioneller okzitanischer Musik. dahinter die grandiose  Bergkulisse und ganz vorne am Rande der Tanzfläche ein roter Elefant. Richtig feierlich wirkt da mit seiner geblümten Satteldecke die leicht im Wind weht. unterhaltsames Treiben auf dem Platz anregende Gespräche und Getränke am Rand. Nach einer kleinen Pause und einem Kurzen Blick in Kirche und angrenzendes Museum reihen wir uns ein in den „Zug der Edlen“ Männer und Frauen in prächtigen mittelalterlichen Gewändern begleitet von trommelnden und Fahnenschwingenden Herolden und einem Ritter mit Lanze und Helm ziehen durch den Ort. Leider fahren Autos und Motorräder dicht hinter disem Zug so dass man das Spektakel nicht richtig genießen kann. Mittlerweile ist es aber auch schon 16Uhr und ich will heute noch hinauf zum Lago Malciaussia und dort im Rifugio Volpot übernachten. Also gehen wir zurück zum Albergo Furnasa  wo ich meine Rucksack abhole und beim Rifugio anrufe. Pronto, Hallo, Si, Esssen, Trinken, Schlafen, in Vulpot, Hund? Kein Problem ok.  Im Telefonat mit der Wirtin wird alles geklärt auch das man uns mit dem Auto abholen wird. Dabei wechselt meine Gesprächspatrnerin flink zwischen Italienisch, Französisch, Englisch und Deutsch.  Noch einen Kaffe dann holt uns der Hüttenwirt  ab. Die Fahrt in dem alten Fiat kommt mir vor wie der Flug in einem offenen Propellerflugzeug. Über etliche Serpentine windet sich die Straße hinauf zum See wo bei die Bergsilhouetten immer näher rücken vorbei an einigen alten Häusern und durch ein wunderschönes Hochtal. Hinter einer Biegung dann öffnet sich plötzlich der Blick auf den See wunderschön gelegen Umgeben von Dreitausendern ganz Hinten der 35580 m hohe Rocciamelone,  dessen Gipfel aber nur kurz zwischen den Wolken durch schimmert. Ein Traumhafter Blick der sich auch hier von der Terasse vor dem Refugio bietet wo ich jetzt bei einem Glas Weißweinschorle sitze und das Bunte Treiben rund um den See beobachte. An Wochenenden wie diesem ist der Lago Malciaussia offensichtlich ein beliebetes Ausflugsziel. Alle Parkplätze voll und am Ufer stehen auch noch etliche Autos auch ein Wohnwagen und einige Zelte. stehen dort. Familien und Paare Liegen in der Sonne essen oder schlendern um den See. Einige hantieren mit Angelruten die Ausgeworfenen Leinen schimmern im Gegenlicht. An einem Stand gleich neben der Terrasse vom Vulpot bietet ein alter Mann Käse zum Verkauf an. Nach dem ich ausgetrunken und mein Gepäck ins Zimmergebracht hab. Spaziere ich mit Sancho am See entlang. Die Kamera Kommt dabei viel zum Einsatz aber der Elefant bleibt vor erst im Sack. Erst am nächsten Morgen will ich ihn auspacken um ihn dann in geeigneteren Lichtverhältnissen und mit weniger Autos und Menschen im Hintergrund zu fotografieren. Eine Rechnung die Aufgehen sollte.

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Lago Malciaussia im Abendlicht

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Morgens vor dem Rifugio Vulpot
Brighella posiert mit dem Elefanten

Die Berichte weiterer Etappen gibt es hier in Kürze. Täglich erscheint ein neuer Bericht, also schaut öfter mal hier nach 😉 Achtung hier geht‘ weiter: Reisetagebuch Teil 2

Bald gibt’s auch eine kleinen Videofilm. Hier ein paar Standbilder daraus:

Käseverkauf beim Vulpot Kopie

Käseverkauf am See

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Wolken und Lichtspiel am Rocciamelone

    Weiter lesen hier:-) Reisetagebuch Teil 2

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